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Der 2-stufige Biodieselprozess bei hohen FFA-Werten
Die Herstellung von Biodiesel aus Ölen mit hohen Anteilen von freien Fettsäuren (FFA) wie zum Beispiel bei gebrauchtem Frittenfett oder Baumwollöl
Frittenfett lässt sich in der Regel wie jedes andere Öl zu Biodiesel verarbeiten. Über die Titration wird der Anteil der Freien Fettsäuren (free fatty acids - FFA) bestimmt und die für eine vollständige Umesterung notwendige zusätzliche Menge an Katalysator berechnet. (5 g NaOH bzw. 7 g KOH + x ml Titrat = erforderliche Menge an Katalysator in Gramm für eine vollständige Umesterung von 1000 ml dieses Öls)
Steigt jedoch die für eine Neutralisation der Freien Fettsäuren notwendige Menge an Titrat über 6 ml, ist der Anteil der Feien Fettsäuren so hoch, dass diese zusammen mit dem Katalysator (NaOH oder KOH) und Wasser während der Umesterung so viel Seife bilden würden, dass sich das ganze Gemisch unter Umständen zu einem relativ festen Gel verwandelt.
In diesem Fall ist es erforderlich, in einem ersten Schritt den Anteil der Freien Fettsäuren durch die Hinzugabe einer Säure zu reduzieren. In einem zweiten Schritt kann dann, wie gewohnt, die Umesterung mithilfe des Katalysators NaOH oder KOH erfolgen.
Der zwei-stufige Prozess der Biodieselherstellung
Die Herstellung von Biodiesel aus Ölen mit einem hohen Anteil an Freien Fettsäuren wie zum Beispiel bei stark gebrauchtem Frittenfett
Aufgrund der 8-eckigen Bauform der Reaktorentanks, der Anordnung der Mischerblätter, der hohen Motordrehzahl und der langen Prozesszeit erreichen die BioKing-Biodieselanlagen eine Ausbeute von bis zu 98 %. (Aus 1000 Liter Pflanzenöl können damit bis zu 980 Liter Biodiesel gewonnen werden.) Neben den durch die BioKing-Technologie optimierten Bedingungen hängt jedoch die Ausbeute auch von der Qualität des eingesetzten Rohstoffe ab.
Um eine Ausbeute von 98 % erreichen zu können, muss das Pflanzenöl daher über folgende Qualitätskriterien verfügen:
Verunreinigungen und ein zu hoher Wassergehalt im Öl stören generell den chemischen Prozess der Umesterung. Verunreinigungen wie Schwebestoffe und Frittierrückstände lassen sich leicht durch Filtration oder Zentrifugation entfernen während ein zu hoher Wassergehalt durch den BK-Dreyer-1400 reduziert werden kann.
Die bei alten und gebrauchten Ölen vorhandenen Freien Fettsäuren bilden in Verbindung mit dem Katalysator und Wasser während der Umesterung Seife. Steigt der Anteil der Freien Fettsäuren über 2 %, was circa 4 ml Titrat bis zum Erreichen eines starken Farbumschlags während der Titration entspricht, so sinkt der Anteil des aus diesem Öl produzierbaren Biodiesels. Der Grund dafür ist, dass die Freien Fettsäuren in Verbindung mit dem Katalysator und Wasser zu Seife neutralisiert werden und entsprechend weniger Fettsäuren für die Produktion von Methylester (Biodiesel) zur Verfügung stehen.
Um auch bei Ölen mit einem hohen Anteil an Freien Fettsäuen eine hohe Ausbeute zu erzielen, muss zuerst der Anteil der im Öl vorhandenen Freien Fettsäuren gesenkt werden. Eine solche Reduktion der Freien Fettsäuren lässt sich mit dem BK-Neutralise-1400 durch eine Vorbehandlung des Öls mit Schwefelsäure als Katalysator erzielen. Dieser Reduktionsprozess benötigt die doppelte Prozesszeit im Vergleich zur normalen Umesterung. Soll also die volle Produktionskapazität der BK-12000 genutzt werden, so sind zwei BK-Neutralise-1400 Systeme erforderlich.
Sowohl bei unraffiniertem Palm- und Soyaöl als auch bei Ölen, die heiß gepresst wurden, liegt der Phosphatgehalt sehr hoch. Mit dem Gerät BK-DeGum-1400 kann dieser Phosphatgehalt durch eine Entschleimung (degumming) deutlich gesenkt werden.
Vorgehensweise bei der Verarbeitung von Ölen mit einem hohen Anteil an Freien Fettsäuren
Weil sich ein Anteil an Freien Fettsäuren von über 2 % ungünstig auf die Ausbeute auswirkt und bereits ein Anteil von über 3 % sich nicht im einfachen Verfahren ohne eine zu große Seifenbildung verarbeiten lässt, ist eine vorhergehende Reduktion der Freien Fettsäuren erforderlich. Dazu werden in einem ersten Schritt unter Verwendung von Schwefelsäure als Katalysator und Methanol die Freien Fettsäuren zuerst zu Biodiesel verestert (Estrification). Anschließend in einem zweiten Schritt kann dann die normale Umesterung (Transesterification) mit Natriumhydroxid (NaOH) oder Kaliumhydroxid (KOH) und Methanol erfolgen.
Auf diese Weise werden mit dem zwei-stufigen Prozess weniger seifige Abfälle und folglich mehr Biodiesel produziert.
Es empfiehlt sich die folgende Beschreibung des Verfahrens zuerst im Versuch durchzuführen. Gehen Sie dazu bitte folgendermaßen vor:
Ein Liter Öl mit einem hohen Anteil an Freien Fettsäuren
1. Schritt: Reduktion der freien Fettsäuren
Vorsichtig: Schwefelsäure ist eine starke Säure!
Diese Reaktionszeit von insgesamt zwei Stunden ist erforderlich, weil die Reaktion auf Basis der Schwefelsäure als Katalysator viel langsamer verläuft.
2. Schritt: Umesterung
Für die Verarbeitung von 1000 Litern Öl mit einem hohen Anteil an Freien Fettsäuren in der BK-12000-SS gehen Sie bitte, wie folgt, vor:
1000 Liter Öl mit einem hohen Anteil an Freien Fettsäuren
1. Schritt: Reduktion der freien Fettsäuren
2. Schritt: Umesterung